In der letzten Woche der Sommerferien nahmen 35 Kinder des GSG sowie der Grundschulen in Bad Wildungen, Waldeck, Odershausen und im Edertal am viertägigen GSG-Kinder-Campus teil. Der in diesem Jahr erstmals angebotene Kinder-Campus stand unter der Überschrift „Ich in meiner (Um)Welt“. Das Ziel war die individuelle Förderung von Interessen und besonderen Begabungen der Kinder in Bereichen, die im klassischen Lehrplan nicht angeboten werden. In drei Workshops konnten die Kinder so in die Rolle von Forschern oder Schauspielern schlüpfen und am Nachmittag des letzten Tages die Ergebnisse stolz ihren Eltern präsentieren.
Schulleiterin Dagmar Ipach begrüßte am Montagmorgen alle Teilnehmer und ihre Eltern in der Aula. Nach einer kurzen Einführung wurde nicht viel Zeit verschwendet und die Kinder teilten sich in die Workshops Biologie, Physik und Theater auf. In den folgenden Tagen wurde eifrig geforscht und geprobt.
Die Leitung des Biologie-Workshops „Luft und Wasser“ wurde von fünf Lehramtsstudentinnen und deren Ausbilderin von der Universität Kassel übernommen. Die jungen Forscher entdeckten dabei viele „Bewohner“ des Sonderteichs, wobei manche erst unter dem Mikroskop zu erkennen waren. Alle Einzelheiten wurden von den Kindern gewissenhaft in ihren Forscherheften festgehalten. Überrascht waren die Kinder über das Ergebnis ihrer chemischen Wasseruntersuchung. Obwohl der äußere Anschein es nicht erwarten ließ, hat der Teich die beste Wassergüte. Nach der Untersuchung des Wassers widmeten sich die Forscher dem Leben in der Luft. Jeder Teilnehmer baute ein Insektenhotel, das mit nach Hause genommen werden konnte.
Auch der Physik-Workshop „Lochkamera, Fotografie & optische Täuschungen“ übte eine große Faszination auf die Kinder aus. Auch dieser Workshop wurde von angehenden Lehrern geleitet, die derzeit an der Universität Marburg studieren. In den ersten zwei Tagen entdeckten die Kinder, wie leicht das menschliche Auge zu täuschen ist und wie diese optischen Täuschungen zu erklären sind. Das Highlight des Workshops war für die meisten jungen Forscher der Bau einer eigenen Lochkamera aus einer Keksdose, mit der Bilder aufgenommen und von den Kindern im Fotolabor der Schule entwickelt wurden.
Der dritte Workshop stand ganz im Zeichen der Antike. Unter der Leitung des Schauspielers Thomas Baumann, der von den Oberstufenschülern Tomke Krone und Roni Skatula unterstützt wurde, verwandelten sich die Teilnehmer in Seefahrer, Zauberinnen und Götterboten. Die jungen Schauspieler erdachten sich ein Theaterstück, das die Reise des Odysseus zur Insel Aiaia beschreibt, wo die Zauberin Circe einige seiner Gefährten in Schweine verwandelt. Er selbst kann sich jedoch dem Zauber entziehen und seine Männer befreien. Besonders begeistert waren die Kinder darüber, dass für die Aufführung keine Texte auswendig gelernt werden mussten. Das gesamte Stück wurde bei der ca. 30miütigen Vorführung am Nachmittag des letzten Tages komplett improvisiert. Die anwesenden Eltern, Großeltern und Teilnehmer der übrigen Workshops spendeten darum auch großen Applaus nach der beeindruckenden Vorstellung.
Im Anschluss an die Theatervorstellung blieb noch genügend Zeit für die Präsentation der Ergebnisse der beiden anderen Workshops. Auf mehreren Plakaten berichteten die Kinder von ihrer Arbeit der letzten Tage. Dazu konnten die Gäste unter anderem die Insektenhotels, Lochkameras und die geschossenen Fotos bestaunen. Alle jungen Forscher gaben stolz und bereitwillig Auskunft über ihre Arbeiten.
Eine Umfrage unter den Teilnehmern zeigt, dass mit der Veranstaltung das Interesse der Kinder getroffen wurde. Nahezu alle Teilnehmer gaben an, dass sie sich im nächsten Jahr wieder zum GSG-Kinder-Campus anmelden wollen.