CertiLingua

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Drei Wochen Praktikum in Frankreich

Geschrieben von Daniel Pilz am .

Erste Erfahrungen mit dem Projekt „CertiLingua“ am Wildunger Gustav-Stresemann-Gymnasium

Vier Oberstufenschüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums haben vor Kurzem die Möglichkeit zu einem Praktikum in Frankreich genutzt. Es war eine Premiere für dieses Angebot am GSG und die Bilanz fällt aus Sicht der vier positiv aus.

Die Schüler beteiligten sich mit dem Aufenthalt an dem Projekt „CertiLingua“, das an ausgewählte Gymnasien für einen Zeitraum von drei Jahren vergeben wird. Es vermittelt eine besondere Sprach-Qualifikation, die in Zukunft auch die Spracheingangsprüfung zu europäischen Universitäten ersetzen könnte. Bisher wird das Zertifikat in diesem Punkt jedoch erst teilweise anerkannt.

„Gut“ bis „sehr gut“ nötig
Um die Auszeichnung zusammen mit dem Abitur zu erhalten, müssen die Schüler mehrere Anforderungen erfüllen: mindestens zwei Fremdsprachen auf dem Leistungsgrad B2 sprechen, das Fach Politik und Wirtschaft während der gesamten Oberstufe belegen und entweder dieses Fach oder Geschichte im bilingualen Unterricht lernen. Außerdem müssen die Teilnehmer auf diesen Gebieten gute bis sehr gute Leistungen erbringen.

Selbstständigkeit beweisen
Eine weitere Bedingung besteht in dem Absolvieren eines zehn- bis 14-tägigen Praktikums im Ausland oder eines Aufenthalts von mindestens drei Monaten. Dieses interkulturelle Projekt soll bei den Schülern internationale und europäische Kompetenzen fördern sowie die Selbstständigkeit der Absolventen unter Beweis stellen. So müssen sie sich selbst um An- und Abreise kümmern, Kontakt zu möglichen Praktikumsstellen aufnehmen und ihre Bewerbung in der Sprache des entsprechenden Landes schreiben. Ein gewisses Maß an Hilfe dürfen sie dabei in Anspruch nehmen. So lief die Vermittlung im Fall der GSG-Schüler über das Deutsch-Französische-Partnerschaftskomitee von St. Jean de Maurienne und Bad Wildungen.
Den Wildungern stand in Frankreich Michelle Buffard als Ansprechpartner zur Verfügung. Der zurzeit nicht aktive Privatschullehrer, zu dem man durch den Schüleraustausch Kontakt geknüpft hatte, stand gern mit Rat und Tat zur Seite. Kinder verstehen gelernt
Lena Solveig Kleinicke aus der Jahrgangsstufe 12 erlebte ihre PraktikumszeitinderMediathek der Stadt Saint Jean de Maurienne, in der auch die anderen drei Teilnehmer untergebracht waren. Der auf Bücher, DVDs und CDs spezialisierte Laden bietet viel Interaktives für Kindergärten und Schulen, sodass immer viel zu tun war. Lena war hauptsächlich mit der Archivierung und Kundenbetreuung beschäftigt, was nach ihrer eigenen Aussage auch „ganz gut geklappt hat“.
Laura Golchert aus der 12 arbeitete in einem Freizeit- und Jugendzentrum, in dem sie Kindern in der Altersgruppe zwischen sechs und zwölf Jahren betreute. Ein Abstecher mit den Kindern zur Tour de France gehörte zum Programm. Laura musste naturgemäß sehr viel sprechen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Verstehen der Kinder fiel ihr die Aufgabe mit der Zeit zunehmend leichter.
Elena Fincke aus der 13. Jahrgangsstufe war ebenfalls im Freizeit- und Jugendzentrum angestellt. Sie kümmerte sich um Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Während ihres dreiwöchigen Praktikums kamen immer wieder neue Anforderungen auf sie zu. Unter anderem standen Schwimmbadbesuche und das Bauen von Hütten im Wald auf dem Programm. Die Erfahrung habe ihr sehr viel gebracht und sei vielseitig gewesen, da sie ständig neue Dinge habe erklären müssen, erzählt sie. Trotz der Anstrengungen seien die drei Wochen sehr schön gewesen.
Bastian Dietrich aus der 13 verbrachte seine Praktikums- zeit auf einem Bauhof, wo er die Tour de France vorzubereiten half. Sein Arbeitstag dauerte von 8 bis 17 Uhr. „Ich war froh, auch Kontakt zu anderen Jugentlichen zu bekommen“, berichtet er, denn außer ihm habe es auch französische Praktikanten gegeben.
Kosten in Grenzen
Obwohl die Teilnehmer für ihre Arbeit kein Geld bekamen, hielten sich die Kosten für das Unternehmen in Grenzen. Für Fahrt und Verpflegung gaben die Teilnehmer nach eigenen Angaben etwa 200 Euro aus. Die Unterbringung war gratis in einem Hotel, bei einer Familie oder in der Wohnung einer zeitweise verreisten Helferin des französischen Partnerschaftskomitees. Das Projekt vergibt darüber hinaus für solche Aufenthalte auch Teilstipendien.
Alle vier sind sich einig, dass das Mitmachen bei „CertiLingua“ sich sehr gelohnt habe. Alle wären sie bereit, so etwas nochmals zu wagen, und empfehlen auch anderen, das zu tun. Die Initiative zum CertiLingua-Projekt ging am GSG in erster Linie von der Leiterin des sprachlichliterarisch-künstlerischen Aufgabenfeldes, Claudia Weiß, aus.
Ebenso wie Schulleiterin Dagmar Ipach wünscht sie sich, dass das Projekt, das den Status des Gustav-Stresemann-Gymnasiums als eine Schule mit Hochbegabtenförderung unterstützt, schon bald noch größeren Zulauf bekommt und lange Bestand hat.

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